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Ein Apell für den linearen Frequenzgang


Es stimmt schon nachdenklich: Über ein halbes Jahrhundert seit Gründung der deutschen High-Fidelity Instituts e.V. (DHFI) können oder wollen viele Lautsprecher-Hersteller ihren Produkten immer noch keinen linearen Frequenzgang anerziehen. Dabei ist die Fähigkeit, alle Frequenzen möglichst gleich laut wiedergeben zu können, eine zentrale Anforderung an einen guten und für unterschiedliche Musikrichtungen geeigneten Lautsprecher.

Warum dass so ist, wissen die Hersteller allein. Sicher gibt es einige, die aufgrund ihrer technischen Kompetenz diese notwendige Bedingung für wirklich dauerhaftes Hörvergnügen erfüllen könnten. Dass sie es trotzdem nicht tun, liegt sicher daran, dass man sich einem speziellen Sound verschrieben hat, den die Fan-Gemeinde einfach so haben will. Und damit in Kauf nimmt, dass alles ein wenig nach akustischem Einheitsbrei schmeckt.

Andere und insbesondere kleinere Hersteller haben oft einfach nicht die Möglichkeiten oder das Geld, ihren gerne auch reichlich exotischen Konstruktionen die notwendigen Manieren bei zu bringen. Statt sich aber gesenkten Hauptes ins Studierzimmer oder den Messraum zurück zu ziehen, wird nicht selten mit großen Worten erklärt, dass ein linearer Frequenzgang völlig überbewertet und gutem Klang sogar abträglich sei.

Richtig ist die Feststellung, dass ein linearer Frequenzgang nicht automatischen einen guten Lautsprecher macht. Sicher braucht es dazu noch einiges mehr: z.B. exzellente Lautsprecher-Chassis, eine gut gemachte Abstimmung und ein gutes, resonanzarmes Gehäuse.

Als gute Orientierung bleibt es aber dabei: Wenn Lautsprecher schon das Pflichtprogramm nicht beherrschen, warum sollten ernsthafte Musikliebhaber diese dann zur Kür einladen?